Geschichte:
Angefangen hat alles nach der Währungsreform mit einem Mietwagengeschäft. Eine große Limousine beförderte Schwabacher Bürger, die selbst kein Auto hatten.
Ein Taxigeschäft wurde eröffnet. Exporttaxis für amerikanische Soldaten waren gefragt. Aber auch die zivile Bevölkerung Schwabachs hatte zu dieser Zeit das Bedürfniss der Mobilität. Demzufolge wurde eine Taxikooperation mit 5 Fahrzeugen ins Leben gerufen.
Im Frühjahr 1953 hat sich Ludwig Wutzer sen. und seine Ehefrau Luise entschlossen, in Schwabach einen Stadtlinienverkehr zu starten und gründeten die heutige Firma.
In vielen Gesprächen mit dem damaligen Stadtrat Dr. Haas kam man zu dem Ergebniss, dass in Schwabach bestimmt mit ein paar kleinen Fahrzeugen ein Stadtverkehr betrieben werden könne.
Man plante die Außenbezirke von Schwabach mit der Innenstadt zu verbinden. Wie sich später herausstellte, war dies der richtige Weg. Der heutige Fahrplan ist identisch aufgebaut.
Bis zum Dezember 1955 wurden 25 Fahrtenpaare pro Tag angeboten. Zum Einsatz kamen zwei kleine Citybusse vom Typ Mikafa-Matador. Man würde diese Fahrzeuge heute vielleicht mit einem VW Bus vergleichen.
Der Zuspruch der Bürger war so groß, dass es möglich war viel über deren Mobilitätsbedürfnisse zu erfahren.Das war die Maxime der Zukunft: Verkehre dort zu installieren, wo sie benötigt wurden.
Der Gedanke einer sogenannten Fernlinie lag nahe. Man wollte die Arbeitskräfte des nördlichen Landkreises aus den Orten Katzwang, Gaulnhofen, Kornburg und Herpersdorf nach Schwabach bringen.
Leider fand Ludwig Wutzer sen. für diese Idee von der Stadt Schwabach keine Unterstützung. Die Straßenverhältnisse waren nicht unproblematisch (keine geteerten Straßen), die Industriebetriebe in Schwabach zeigten kein Interesse und somit orientierten sich diese Menschen nicht nach Schwabach sondern nach Nürnberg.
Aus der Traum von der “Fernlinie” von Schwabach über die kleinen Ortschaften nach Nürnberg. Die Konzession wurde im Rahmen eines Freundschaftsvertrages an die Oberpostdirektion abgegeben und wir endeten mit unserem Linienverkehr in Katzwang. Das war im Jahr 1958.
Städte mit der Größe vom damaligen Schwabach mobilisierten ortsansässige Unternehmer, um nach dem Schwabacher Prinzip ähnliche Verkehre in deren Kommunen einzurichten.
Die Stadt Ansbach war der erste Nachahmer mit dem dort ansässigen Unternehmer Steiner. Nach demselben Vorbild begann auch die Stadt Roth.
Im Jahr 1969 ist der Busbetrieb von der Eichwasenstraße in den neuen Stadtteil Eichwasen gezogen. Selbstverständlich wurde dieser Stadtteil sofort in das damalige Liniennetz integriert.
Ende des Jahres 1969 wurde eine neue Fahrzeug Generation im Stadtverkehr Schwabach eingesetzt. Im Schwabacher Tagblatt vom 10.01.1970 lautete die Überschrift auf der ersten Seite: “Im Stadtlinienverkehr läuft neuerdings ein Super Omnibus für 106 Fahrgäste.” Dieser riesige VÖV Linienbus befuhr nun u.a. die engen Straßen der Innenstadt.
In den folgenden Jahren entwickelte sich die Stadt immer weiter. Diese Entwicklung erforderte weitere Verkehrsanbindungen. Hinzu kam, dass die schulische Entwicklung der Stadt Schwabach einen starken Aufschwung zu verzeichnen hatte. Schüler aus den Nachbarorten mussten zu den Schulen nach Schwabach gebracht werden. Diesen berechtigten Wünschen wurde Rechnung getragen und damit beförderte man beispielsweise im Jahre 1972 rund 620.000 Personen.
Mit dem Fahrplanwechsel im November 1975 gibt es einige Neuerungen. Mittlerweile sind 10 Busse im Stadtverkehr eingesetzt. Dem sogenannten Hausfrauenverkehr wird Rechnung getragen und zusätzliche Fahrten in den Vormittagsstunden eingerichtet. Durch die Errichtung des Suma Marktes am Falbenholz wird der Fahrplan zum Vogelherd verdichtet. Eine Einkaufslinie vom Suma Markt zum Einkaufszentrum Langwasser wird eingerichtet. Das Fahrtenangebot nach Katzwang, Limbach und Eichwasen wird vestärkt.
Im Jahr 1977 kamen erstmals Diskussionen um einen Verkehrsverbund in der Region in die Öffentlichkeit.
Am 26.02.1978 stand im Schwabacher Tagblatt: “Schwabach im Nahverkehr der Städteachse präsent.” Schwabach ist aus der mittelfränkischen Städteachse nicht mehr wegzudenken, so auch nicht aus dem neuen Nahverkehrsplan der Stadt Nürnberg – Fürth – Erlangen und Schwabach.
Mit der Einführung der Schulweg Kostenfreiheit im Jahr 1979, werden mittlerweile täglich 12 Omnibusse (davon 8 reine Linienbusse) für den Stadtverkehr in Schwabach eingesetzt.
Im Jahr 1983 verstirbt Ludwig Wutzer sen. und die Geschäftsleitung geht an Karl Ludwig Wutzer über.
Die Arbeitsgemeinschaft APÖN ebnet im Jahr 1984 den Weg zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg.
Für uns und die Stadt Schwabach war von Anfang an klar, dass wenn es zu einem Verkehrsverbund kommt, sich beide daran beteiligen werden.
Im Frühjahr 1985 sind sich die Bürgermeister der Städte Erlangen – Nürnberg – Fürth und Schwabach einig, die Verwirklichung einens vernünftigen Verkehrskonzeptes durch entscheidungsreife Entscheidungsvorlagen voranzutreiben. Im Dezember teilt der Stadtrat einstimmig den Beitritt der Stadt Schwabach zum VGN mit.
Für Schwabach soll ein Taktverkehr eingerichtet werden. Die Busse sollen in der Hauptverkehrszeit im 30 Minuten Takt, sonst alle Stunde fahren. Damit wurde unser Fahrplan Angebot um 60% erhöht.
Im Jahr 1986 ist der Tarifverbund spruchreif. Ab dem 27. 09. 1987 sollen die Bürger in der Region mit einer Fahrkarte alle öffentlichen Verkehrsmittel im Ballungsraum nützen können.
Im Jahr 1998 befördern wir rund 900.000 Fahrgäste. Durch den VGN hat sich das Fahrtenangebot wesentlich verbessert und dennoch werden immer mehr Stimmen nach mehr Angebot laut.
Probeweise wird an den Wochenenden ein Disco Bus eingeführt.
Zum Fahrplanwechsel im September 1990 wurde ein durchgängiger Taktverkehr im Schwabacher Stadtverkehr integriert: alle 30 bzw. 60 Minuten an Werktagen, mit der zentralen Umsteigemöglichkeit in der Stadtmitte.
Darüberhinaus wurde das Angebot auch in die Abendstunden bis 23.30 Uhr ausgeweitet und zusätzliche Fahrten am Samstag sowie der Sonntagsbetrieb eingeführt. Das war zunächst ein zwei jähriges Versuchsprojekt.
Bereits im Sommer 1991 wird man sich einig, dass zum Winterfahrplan die Abend- und Nachtverkehre wieder eingtestellt werden. Die Bürger haben dieses Angebot nicht ausreichend in Anspruch genommen. Lediglich auf der Plöckendorfer Linie wurden zufriedenstellende Fahrgastzahlen erzielt. Grund hierfür war die damalige Discothek Trend am Falbenholz.
Im Jahr 1993 wurden weitere Maßnahmen ergriffen um den Stadtverkehr stetig attraktiver zu machen. Es wurde eine Informationsfahrt mit Vertretern der Stadtverwaltung und den Fraktionen nach Dornbirn organisiert. Diese Fahrt hat neue Erkentnisse gebracht, die zum Teil auch in Schwabach umgesetzt werden könnten.
Endlich ist es soweit. Im Jahr 1995 wird man sich einig einen zentralen Busbahnhof zu bauen. Er soll in direkter Nähe zum Bahnhof Schwabach sein, kurze Umwege des Umsteigens ermöglichen und dann eine direkte, schnelle Verbindung zur Innenstadt schaffen. In der Innenstadt will man keine grossen Omnibusse haben, sodaß wir uns erstmals nach fast 50 Jahren wieder mit dem Thema Kleinbusse beschäftigen. Es soll eine Verbindung vom Bahnhof zur Innestadt geschaffen werden. Im November starten wir dann einen Versuch mit einem 10 sitzigen Citybus. Letztlich war das der Startschuß der City Bus Linien.
An Ostern im Jahre 1996 wurde der zentrale Umsteigeplatz von der Stadtmitte an dem Markgrafensaal verlegt. Dies war eine Zwischenlösung bis der neue Zentrale Busbahnhof gebaut wird.
Im Oktober 1997 wurde der Versuch Stadtbus mit der Linie Bahnhof – Fußgängerzone – Krankenhaus gestartet. Vom ersten Tag an wurde dieses Angebot von den Bürgern sehr gut genützt. RUnd 10.000 Fahrgäste haben diese Linie in den ersten drei Monaten genutzt. Schon nach kurzer Zeit wurden schon Wünsche nach Angebotserweiterungen an uns heran getragen.
Am 28.02.1998 konnten wir dann veröffentlichen, dass der Stadtbus nicht nur ein Versuch war. Zukünftig wird er fester Bestandteil des Stadtverkehrs in Schwabach sein.
Die neue Stadtbus Linie wird erweitert, in dem der Bahnhof Limbach angebunden wurde. Diese Maßnahme war wiederum ein Versuchsprojekt für 12 Monate. Ein zweiter Kleinbus wird eingesetzt.
Dieses Projekt wurde im Jahr 2000 ebenfalls fester Bestandteil des Linienverkehrs in Schwabach. Uns war klar, dass das Ziel sein muß aus der Stadtbus Linie eine Ringlinie zu kreieren, die Limbach durch die Kaserne mit dem Krankenhaus verbindet.
Mit Vertretern der Stadt wird das Thema Ampelsteuerung geprüft.
Der Zusammenschluß mit den Stadtwerken im Jahr 2000 kommt zu tragen. Das neue Verkehrskonzept des Linienverkehrs nimmt ganz konkrete Formen an, denn am 09.06.2000 wurde der neue Bahnhof eröffnet. Die Stadtbus Linie wurde eine Ringlinie. d.h. Limbach mit dem Krankenhaus verbunden und zusätzlich wird eine zusätzliche Linie nach Forsthof in den Fahrplan aufgenommen. Am 03.03.2000 wird der 200.000`te Fahrgast im Stadtbus beglückwünscht.
Am 19. 05.2000 wird die Einweihung des neuen Busbahnhofes gefeiert. Alle Busse sind mit einer Ampelsteuerung ausgestattet, sodaß eine “Grüne Welle” für den Stadtverkehr vorherrscht. Damit sind wir wesentlich schneller und pünktlicher geworden.
